Friesenbrücke bei Weener

Nach 17 Monaten Diskussionen geht die Tendenz jetzt zur Meyer-Werft geforderten Drehbrücke (60m-Öffnung, Kosten ca. 50 Mio.€) statt in Richtung Reparatur (ca. 30 Mio.) Doch nicht nur die Kosten erhöhen sich dadurch immens, sondern auch die Bauzeit. Bis 2024 wird es keine Brücke geben und somit keine Bahnverbindung in die Niederlande. Der Bund soll nun die Mehrkosten übernehmen. Ende Juni soll das Finanzministerium dieses Vorhaben genehmigen. Ein weiterer Nachteil: die Unterhaltung einer solchen Dreh-Brücke ist deutlich teurer als die jetzige Variante. Statt 200.000€ Betriebskosten pro Jahr, wären es dann 550.000€ pro Jahr und auch die Öffnungs- und Schließzeiten für die Durchfahrt von Seeschiffen würden sich deutlich verlängern – von 8 auf ca. 20 Minuten. Die Vorteile liegen ganz klar bei der Meyer-Werft (Kosteneinsparung, weil die Brücke nicht mehr ausgehängt werden muss), die Nachteile beim übrigen Schiffs- und Bahnverkehr und natürlich bei dem Steuerzahler- und Brückennutzer. Wie man den Bundesrechnungshof und die Wettbewerbshüter der Europäischen Union überzeugen will, dass es sich bei der teureren Variante mit höheren Kosten und längerer Bauzeit nicht um eine unerlaubte Subvention eines einzelnen Unternehmens – nämlich der Papenburger Meyer Werft – handelt, steht noch in den Sternen. (Und wie sieht es eigentlich mit der versprochenen Fähre aus, wenn Meyer nun bekommt, was er will? Kriegen wir die noch?)