Interessen der Bürger

 

Zum Thema „Friesenbrücke – Interessen der Bürger werden nicht berücksichtigt“

 

Dass sich die Meyer Werft in die Diskussion eines Brückenneubaus einmischen wird, war schon kurz nach der Schiffkollision mit der Friesenbrücke sicher. Die geplante Durchführung einer Instandsetzung könnte schneller gehen, hilft aber der Werft im Binnenland nicht, den ungeeigneten Standort abzusichern.

 

„Wenn die Werft hier Forderungen stellt nach einem Neubau der Friesenbrücke mit ausreichender Durchfahrtsbreite für Kreuzfahrtschiffe, muss sie auch bereit sein, die Mehrkosten zu tragen. Das öffentliche Interesse der Menschen auf beiden Seiten des Flusses liegt eindeutig darin, diesen wieder zügig überqueren zu können und nicht vorrangig auf Kosten der Allgemeinheit einen Werftstandort mit Unternehmenssitz in Luxemburg zu stützen“, so Hajo Rutenberg, Sprecher der Bürgerinitiative RETTET DIE EMS.

 

Dass der Landkreis Leer sich hier nicht einbringt, an schnellen Lösungen mitarbeitet und diese auch finanziell unterstützt, ist nicht nachvollziehbar.

 

Dass es anders geht, hat der Landkreis Leer mit einer großzügigen, aber vollkommen unnötigen Beteiligung in Höhe von 1 Million € am Umbau der Jann-Berghaus-Brücke bewiesen. Schon während dieser Umbauphase waren die Menschen im Rheiderland überproportional betroffen. Offensichtlich gibt es hier eine Zweiklassengesellschaft.

 

Seltsamerweise war dort auch der Druck viel höher, nur weil in Papenburg ein Kreuzfahrtschiff auf den Weg gebracht werden musste. Alle notwendigen Arbeiten wurden seinerzeit unter der Anordnung des sofortigen Vollzuges durchgeführt. Das erforderliche Planfeststellungsverfahren war erst viele Jahre später abgeschlossen.

„Die Menschen beiderseits der Ems und die Stadt Weener haben einen Anspruch auf eine schnelle Lösung. Die Deutsche Bundesbahn kann auch kein Interesse haben, Herrn Meyer eine größere und neue Brücke zu bauen. Die Bahn hat offensichtlich nicht einmal die Mittel, eine kurzfristige Reparatur zu gewährleisten und braucht dafür schon eine 30 Millionen Euro schwere Unterstützung vom Land Niedersachsen. Das Geld muss im Sinne einer zügigen Lösung für die Menschen vor Ort eingesetzt werden. Die jahrelangen Forderungen ohne Gegenleistung durch die Werft müssen ein Ende haben“, so Rutenberg.