"Winterstau" bei 30°

 

Foto:

Bagger

Hegemann II vor der Genting Dream in Papenburg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

BI Rettet die Ems kritisiert das Ausbaggern und Aufstauen der Ems für die Überführung eines Kreuzfahrtschiffes bei sommerlichen Temperaturen.

 

Ab dem 16.09. beginnt laut Stauvorschrift an der Ems die „Winterphase“. Das wurde von den Umweltverbänden und dem niedersächsischem Umweltministerium als Dienstherr des NLWKN so verhandelt.

 

Klimawandel und spätsommerliche Hitzewellen mit Temperaturen bis zu 30 Grad passen einmal mehr nicht in das komplizierte Denkmodell Ems.

 

Die BI hatte bereits das Ausweiten der Stauzeiten für Überführungszwecke der Meyer Werft im Papenburger Binnenland als Verhandlungsmasse zwischen Umweltverbänden und  Werft bemängelt. Nun ist ein Aufstauen der Ems bei sommerlich heißen Temperaturen möglich, denn es wird nur nach dem Datum geschaut und offensichtlich nicht nach der aktuellen Wassertemperatur“.

 

Außerdem wird nicht berücksichtigt, dass für diesen sommerlichen „Winterstau“ bereits lange vorher und somit genau in der „heißen Phase“ gebaggert wird, um ein Kreuzfahrschiff wie die Genting Dream am ersten Tag des „Winterstaus“ überführen zu können.

Diese Baggerarbeiten und der Aufstau finden nun in der heißesten Phase des Jahres statt, während der Fluss ohnehin an Sauerstoffarmut leidet. Es ist davon auszugehen, dass sich die schlechten Sauerstoffverhältnisse im Fluss durch die Baggerarbeiten im warmen Wasser weiter verschlechtern. Das ist nicht akzeptabel und verstößt gegen das geltende Verschlechterungsverbot und somit auch gegen die Natura 2000 Auflagen. Die vermeintlichen Ziele des Ems Masterplans zur Steigerung der Wasserqualität können so nicht erreicht werden“, sagt Hajo Rutenberg.

 

„Wir fordern, die Ems nur anzustauen, sofern die Temperaturen wirklich „winterlich“ sind und die permanent notwendigen Baggerarbeiten für jede Überführung eines Kreuzfahrtschiffes erst dann zu beginnen, wenn eine niedrigere Wassertemperatur gegeben ist.

 

Die aktuelle Situation dürfte den verantwortlichen im Umweltministerium, dem NLWKN und auch den Umweltverbänden nicht unbekannt sein. Das nicht gehandelt wird um in dieser Situation einzugreifen, ist vollkommen unverständlich. Auch dürfte spannend sein, wie die EU die aktuellen Umstände bewertet“, so Rutenberg abschließend.