Pressemitteilung vom 09.09.2015

Zum Umzug der Meyer Werft-Holding nach Luxemburg

und der anstehenden Überführung der „Norwegian Escape“

 

 

Nach der Verlagerung der Meyer Werft-Holding Richtung Luxemburg ist es jetzt an der Zeit, dass Neu-Luxemburger Unternehmen in Deutschland zur Kasse zu bitten. Wer 350 Millionen Euro zum weiteren Aushebeln der Arbeitnehmerrechte an deutschen Standorten in Luxemburg investieren kann, sollte auch an den Infrastrukturkosten für den ungeeignetsten Werftstandort in Deutschland zahlen.

Die vom Wirtschaftsminister und der Werft avisierten Gutachten in Sachen Steuerpolitik sind überflüssiger Populismus. Jeder Bürger weiß, welche Vorteile einem Unternehmen bei einem Umzug in ein Steuerparadies erwarten. Die politischen Wegbereiter für den Standort Papenburg müssen nach diesem Schlag ins Gesicht Farbe bekennen und endlich Verantwortung übernehmen. Zukünftig gilt es, von Land und Bund weiteren Schaden abzuwenden und Steuergelder dort zu investieren wo es notwendig ist. Luxemburger Unternehmer sollten da nicht oben auf der Liste der Empfänger stehen“, sagt Hajo Rutenberg, Sprecher der Bürgerinitiative RETTET DIE EMS.

Nach vorangegangener Verabschiedung eines Standortsicherungsvertrages mit politischer Hilfe wurde im März 2015 unter großem Druck der Landesregierung im Leeraner Kreistag ein Masterplan verabschiedet, bei dem eine ganze Region hinters Licht geführt wurde, weil durch die Werft längst Tatsachen geschaffen wurden. Zum Ausgleich für jahrelang fehlgeleitete Politik muss nun neben den übrigen Steuerzahlern auch die Berufsgruppe der Landwirte haften und einen Ausgleich schaffen, für die vom Werftstandort Papenburg verursachten Umweltschäden.

„Vorzeigeunternehmer wandern nicht nach Luxemburg aus um Arbeitnehmerrechte zu kürzen und Steuern zu sparen. Es wird Zeit, dem Rechnung zu tragen und die Infrastrukturkosten für den teuren Standort an die Werft zu übergeben“, so Rutenberg weiter.

Zur Überführung des neuesten Kreuzfahrers „Norwegian Escape“ aus Papenburg trifft sich die Bürgerinitiative RETTET DIE EMS bei Durchfahrt des Luxusliners auf der Jann-Berghaus-Brücke. Wer den Fortgang der Überführung auf der kleinen Ems verfolgen möchte, kann sich auf www.marinetraffic.com jederzeit informieren, wo das große Schiff gerade steckt.