Naturschutzstation Ems besucht die BI


Am Dienstag, den 07.07.2015  stellten sich Peter Pauschert (Dipl.-Ing. Landespflege) und Heinrich Pegel (Dipl.-Agraringenieur) der Bürgerinitiative vor und berichteten über ihre Arbeitsbereiche in der neu eingerichteten „Naturschutzstation Ems“. Diese Naturschutzstation ist die vierte in Niedersachsen (neben Niederelbe, Dümmer und Fehntjer Tief). Aktuelle Informationen findet man laufend auf der NLWKN-Internet-Seite unter der Rubrik „Naturschutzstation Ems“.


Sie betreuen den Bereich Außendeichs (also zwischen den Deichen) sowie die Vogelschutzgebiete und kümmern sich um Feldforschung und Öffentlichkeitsarbeit, also stehen den Bürgern und Umweltverbänden beratend zur Seite. Sie haben keinen Einfluss auf die Flächenbeschaffung und sind auch nicht das Sprachrohr des Masterplans. Die Pressearbeit wird über das Umweltministerium in Norden und Oldenburg geregelt. 


Neu für uns war, dass die Maßnahme 30ha-„Coldemüntje“(Leiter Herr Diekschäfer) kein offener Tidespeicher mehr wird. Der Schwerpunkt ist jetzt Arten- und Biotopschutz, was heißt, dass diese Maßnahme nicht dazu beiträgt, die Wasserqualität der Ems zu verbessern.


Die Maßnahme „Vellage“ soll für einige Jahre ein improvisierter Polder werden (ohne feste Bauten) zur Feststellung der Zweckmäßigkeit von Tidespeicherbecken. Geplante Entnahmemenge ca. 1-2 Mio. m³ (Leiter: Herren Post und Engels). Wir sind der Meinung, dass ohne feste Bauten der Ebbstrom nicht genügend unterstützt wird und der Bereich innerhalb der nächsten Jahre verschlicken wird. Eine Problemlösung wird es also auch hier nicht geben. Nach dem Brutgeschäft (Ende Juli) werden Bodenuntersuchungen gemacht, um festzustellen, ob Altlasten vorhanden, was dann sehr problematisch und teuer werden wird.

Im Suchraum wurden durch die Steuerungsgruppe nichtöffentlich 15 Zielgebiete als Potentialflächen für die Festlegung von 200ha Wiesenvogellebensraum in die engere Wahl gezogen (Kompensationsflächen für bauliche Eingriffe an der Ems). 6 bis 7 dieser Gebiete sind bereits festgelegt worden und flächenmäßig ausreichend, wenn die betroffenen Landwirte verkaufsbereit sind (Flurbereinigungen sollen nicht durchgeführt werden!). Der „Jümmiger Hammrich“ ist wegen Einspruchs des Landkreises Leer nicht mehr in der engeren Wahl (zu konfliktreich).