Pressemitteilung 6.1.2009

Ernsthaftes Interesse fehlt

Zum Artikel vom 06.01.2009 in der OZ, Thema: „Ems-Gipfel in Hannover“

Gipfel der Schweigsamen könnte man die Veranstaltung in der Staatskanzlei auch nennen.

Der angekündigte Schulterschluss zwischen Ökologie und Ökonomie und der Versuch, hier ein Gleichgewicht herzustellen, klingen interessant. Fakt ist aber, dass die Interessenvertreter der Umweltverbände gar nicht eingeladen sind. Wenn man ernsthaft mit allen Interessenvertretern über die Ems sprechen möchte, müssten auch die Umweltverbände, allen voran der WWF und BUND, zu einem solchen „Gipfeltreffen“ eingeladen sein.

Demzufolge können auch keine gemeinschaftlichen Lösungen gefunden werden. Das ist keine konsequente, dauerhafte Zusammenarbeit. Also bleiben als Vertreter ihrer eignen Interessen bei diesem Gipfel nur die Befürworter der bisherigen Politik an der Ems übrig. Und nur darum geh es. Die so genannte „Ems-Achse“ mit den Frontmännern Bramlage als Landrat des Landkreises Leer und Manfred Wendt, Geschäftsführer der Fa. Bunde, sowie die Meyer-Werft haben kein wirkliches Interesse an den ökologischen Aspekten. Die Idee mit dem Kanal parallel zur Ems ist schon im Hinblick auf die Kosten kaum durchführbar und kann allenfalls als Ablenkungsmanöver dienen, um letztlich andere Vorstellungen durchzusetzen.

Die Zeit läuft der Meyer Werft davon und man muss bereits diesen Sommer zwei Schiffe überführen. Und das geht nur mit einem Sommerstau, der gegen geltendes Recht verstößt.

„Wenn dann im Sommer die Überführungen nicht stattfinden können, nur weil die Werft wider besseren Wissens dies zugesagt hat, liegt die Schuld nicht bei den Umweltverbänden oder beim Gesetzgeber, sondern einzig und allein beim Werftmanagement“, sagt Hajo Rutenberg von der Bürgerinitiative Rettet die Ems.

Wenn man sich ernsthafte Gedanken über den Einklang von Ökonomie und Ökologie machen will, öffnet man wieder die Schubladen, die die Pläne enthalten, wie man die Werft hier an die Küste bringt. Dazu kann Geld sinnvoller investiert werden. Die übrige Wirtschaft an der Ems kann die Natur verkraften. Der Werftstandort Papenburg ist mehrere Nummern zu groß.

In einem „Superwahljahr“ wird mit Spannung zu beobachten sein, wie die Bürger auf weitere, immense Steuerverschwendungen reagieren, die zur Sicherung eines falschen Werftstandortes dienen sollen. Mit Arbeitsplätzen in der Region kann man das nicht mehr logisch erklären. Emden und die Küste gehören auch zur Region.

Bürgerinitiative Interessengemeinschaft Ems – Hajo Rutenberg