Pressemitteilung 27.11.2008

„Wir stochern im Nebel“
Zum Thema „Dioxin an der Ems“

Es wirkt schon peinlich, seit Wochen denselben Satz zu lesen, von Behörden, die im Nebel stochern. Aber es trifft die Wahrheit. Wer nur etwas in der Landschaft „herumstochert“ kann auch nicht zu klaren Ergebnissen kommen.
Einigkeit herrscht nur dabei, den Verdacht von der Ems zu lenken. Das ist seltsamerweise die einzig klare Aussage. Hier gilt nach wie vor: „Es kann nicht sein, was nicht sein darf.“

Die Interpretation der Ergebnisse ist allerdings mehr als zweifelhaft. Ein Referenzwert von 10ng/kg vor dem Sommerstau und ein Wert von 12,7ng/kg und 13,5ng/kg gemessen nach dem Stau bedeuten eine Erhöhung der Belastung von 27 bis 35%. Für die Weiden im Deichvorland gelten im Übrigen deutlich geringere Grenzwerte als im Schlick. Durch die Stauvorgänge wird das Deichvorland unnötigerweise belastet.

Toxikologen gehen davon aus, dass dauernde Belastungen von 5ng/kg ausreichen, um Milch und Fleischprodukte nachhaltig zu belasten. Diese Belastungen sind ja auch schon in eben diesen Produkten nachgewiesen worden.

Die Verantwortung für den Schaden am Verbraucher, der bereits im Vorfeld durch verschweigen und verheimlichen des Problems mit Sicherheit aufgetreten ist, hat immer noch niemand übernommen.

Die Sackgasse, in die sich die politisch verantwortlichen von Land und Bund zum Thema Ems manövriert haben, lässt keinen anderen Schluss zu als: „Augen zu und durch!“

Bürgerinitiative Interessengemeinschaft Ems – Hajo Rutenberg