Pressemitteilung 6.11.2008

Nichts gelernt

Zum Thema öffentliche Wirtschaftsausschusssitzung des Landkreises zum Thema Jann-Berghaus-Brücke, Leer

14 Ingenieure, 4 Prüfinstanzen und ein beim ersten stärkeren Windstoß von der Brücke weggewehtes Arbeitszelt. Das reiht sich nahtlos in die Serie des Versagens mit Pleiten, Pech und Pannen und Unwahrheiten ein.

Die verantwortlichen Beteiligten mussten schon so viel „lernen“ an der Ems. Gelegentlich läuft das Wasser höher auf, hin und wieder gibt es Nebel und sogar Wind.

Das schlechte Gefühl bleibt. Die Brückenfertigstellung wird wohl noch länger dauern. Ein Jahr nach Baubeginn wissen all die hoch qualifizierten Fachleute nicht, wann die Brücke fertig gestellt werden kann.

Die Veranstaltung am Mittwochnachmittag glich eher einem Offenbarungseid. Einziger Lichtblick: Frau Connemann, die sehr souverän die Veranstaltung moderierte.

Der Leeraner Landrat hatte ja auch schon im Vorfeld mitgeteilt, dass er eigentlich keinen Sinn in einer solchen Veranstaltung sieht. Es gäbe ohnehin nichts Neues mitzuteilen. Eine Jubelmeldung konnte er verkünden: die ersten großen Stahlteile sind geliefert! Auf Nachfrage, wann den die letzten maßgeblichen Stahlteile geliefert werden, gab es keine Antwort.

Die Widersprüchlichkeiten bei Terminierungen, Abläufen und Kommunikation machten das ungläubige Staunen bei dem seltsamen Treiben um die Brücke nur noch größer.

Am 20. August haben die bauausführenden Firmen dem Landkreis mitgeteilt, dass es Probleme gibt und diese auch beschrieben. Noch während der Sitzung stritt Herr Bramlage die sehr wohl vorhandene Beschreibung der Probleme ab. Aufklärung und Wahrheitsfindung sehen anders aus. Zwar wollte wieder keiner so richtig in die Verantwortung, doch liegt diese wohl größtenteils beim Landkreis.

„Vielleicht sollte das von der Brücke gewehte Zelt von dem einen oder anderen Verantwortlichen für dieses Desaster als Zeichen gewertet werden, die eigenen Zelte abzubrechen, es wäre an der Zeit. Zumal die unübersehbaren personellen Verquickungen der ganzen Sache nach wie vor einen sehr faden Beigeschmack geben, insbesondere vor dem Hintergrund fehlender Konventionalstrafen“, sagt Hajo Rutenberg von der BI Rettet die Ems.

Bürgerinitiative Interessengemeinschaft Ems – Hajo Rutenberg