Pressemitteilung

„Anhebung der Sohle“ täuscht gute Werte vor

zum Thema: Sommerstau der Ems – NLWKN macht Ergebnisse passend, 17. September 2008

Das NLWKN hat seine Messwerte vom letzten Probestau (16./17.08.2008) im Internet veröffentlicht und dieser Bericht sagt aus, dass ein Sommerstau keine Probleme mit sich bringt und somit neuerdings auch im Sommer die Ems für die Meyer-Werft gestaut werden kann. Dieses war bislang nicht erlaubt, weil die Sauerstoffwerte der Ems besonders im Sommer zu niedrig sind.

Die Meyer-Werft hat jedoch Aufträge angenommen, die eine Auslieferung im Sommer fordern und daher muss jetzt ein guter Test her. Auf Seite 6 der Auswertung des NLWKN wird der Trick sichtbar. Dort heißt es „… da diese nach Staubeginn zunächst im „fluid-mud“ lagen (durch Sedimentation der Schwebstoffe kurzzeitige „Anhebung der Sohle“) und durch die einsetzende Konsolidierung später oberhalb dieser Schicht maßen…“ Das heißt, dass gerade die Fluid-Mud-Schicht bei den Messungen ausgelassen wurde, weil hier der Sauerstoffgehalt unter 1mg/l lag.

Die Bürgerinitiative IG Ems erklärt einen Stau wie folgt: Wenn das Sperrwerk schließt, steht die Ems still. Salzwasser ist schwerer und sauerstoffreicher und sinkt ab, Süßwasser ist sauerstoffärmer und leichter und ist in den oberen Schichten zu finden. Die Sedimente sinken auf den Grund und bilden die Fluid-Mud-Schicht. Dort ist kein Sauerstoff zu finden und Grundeln wie auch andere Kleinlebewesen ersticken.
Direkt über der Fluid-Mud-Schicht befindet sich die Salzwasserschicht mit ihrem erhöhten Sauerstoff und das nutzt das NLWKN, um den Test als gut erscheinen zu lassen. Sie werten die Fluid-Mud-Schicht als Sohle und messen nur in sauerstoffreichen Tiefen. Doch genau da, wo der Sauerstoffwert gen Null geht, befindet sich die Nahrungskette, die für alle Lebewesen des Flusses äußerst wichtig ist.

„Ein Stau im Sommer darf nicht wieder stattfinden“ sagt die Bürgerinitiative IG Ems, „die Meyer Werft muss sich an Gesetze halten wie andere Unternehmen auch und kann nicht davon ausgehen, dass man alles passend macht, um den schlecht gewählten Standort Papenburg aufrechtzuerhalten.“

Außerdem ist der zweite Test-Stau am Wochenende 27.09. im Hinblick auf das Dioxin im Deichvorland entlang der Ems ein weiterer Grund, diesen Stau nicht durchzuführen. Solange nicht klar ist, was für Auswirkungen ein Aufstau auf das Dioxin hat, sollte dieses Gebiet als „Tatort“ gesehen und auch so behandelt werden: „abriegeln, untersuchen und Ursachen finden“ so geht man sicher mit Bürgern um, nicht anders!

Aus diesem Grund lädt die Bürgerinitiative IG Ems zur zweiten Kundgebung und Demonstration am 27.09. auf den Mühlenplatz (vor Leffers, gegenüber der Post) in Leer ein. Ab 11 Uhr gibt es Berichte, wie Gesetze ausgehebelt werden und wie man Schutzgebiete schutzlos macht. „Wir dürfen nicht nur zusehen, wir müssen sagen, was uns stört – nur so kann man was erreichen!“ Hier werden auch Unterschriftenlisten für die Bürgerinitiative ausliegen, die sich für eine Umgehung der Kavernenbaustelle einsetzt.