Was noch?

Zum Thema „Dioxin an der Ems“

Die Schlagzeilen überschlagen sich: Nachtlärm durch Brückenumbau, Fähre erst defekt dann liegt sie lahm bei Hochwasser, Verkehrsstau durch falsch geschaltete Ampeln und jetzt Dioxin im Deichvorland. Was kommt als nächstes? Stau im September, bei dem das Dioxin vom Deichvorland gespült und weiter verteilt wird?

Für uns Rheiderländer sieht es wirklich nicht gut aus. Dass wir quasi abgeschnitten wurden interessiert die wenigsten und dass wir nasse Füße kriegen beim Übersetzen von Bingum nach Leer auch nicht, aber können wir uns der Hilfe des restlichen Landes jetzt gewiss sein, wenn wir im krebserregenden Dioxin leben? Oder wird auch das unserer „anderen Wahrnehmung“ zugeschrieben, wie Herr Bramlage unsere Aufregungen gerne abtut? Auch scheint das LAVES (Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit) zu denken: „och, die Ostfriesen gucken doch eh nicht über ihren Deich – sagen wir mal nix!“, denn wie kann es sein, dass eine solche Behörde, diese wichtigen Informationen zurückhält?

Dr. Gert Hahne (Agrarministerium Hannover) redet sich um Kopf und Kragen und will die Dioxin verseuchten Ländereien nicht sofort sperren lassen, „schließlich könnten Schafe dort noch eingeschränkt grasen oder „alte“ Tiere, deren Fleisch nicht mehr gegessen werden solle!“ Wie kann er Dioxin verseuchte Ländereien mit abgelaufenen Joghurts vergleichen? Wenn ich so was höre, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Soll das heißen, dass Dioxin in kleinen Mengen doch nicht giftig ist? Warum gibt es denn einen Grenzwert von 1,25 Nanogramm/Kilo, wenn seiner Meinung nach 4,9 noch OK sind? Fehlt noch, dass er den Grenzwert für Ostfriesland auf 6 Nanogramm/Kilo setzt. Dann sind wir noch unter den Grenzwerten und alles kann weitergehen wie bisher. Macht man mit dem Sommerstau doch auch. Erst gibt es Gesetze, die einen Stau im Sommer aus wichtigen Gründen untersagen und dann hebt man die schnell auf, weil Herr Meyer das so will. Vielleicht kann Herr Meyer Herrn Dr. Hahne auch dabei helfen, die Grenzwerte zu verändern – der weiß, wie das geht – und schließlich wäre es für die Werft auch von Vorteil, denn für die nächste Überführung steht eine Überspülung des Dioxin verseuchten Deichvorlandes an – komme, was da wolle? Augen zu und durch? Soweit darf es doch nicht kommen!!

Birgit Rutenberg
Middelstenborgum, den 13.08.2008