Betriebswirtschaft und Brückensperrung

Am 03.07. fand in der Aula des Taletta-Groß-Gymnasiums in Leer ein letzter Infoabend
zur geplanten Verkehrsführung im Zusammenhang mit der Sperrung der Jann-Berghaus-Brücke
ab dem 28.07.2008 statt.


Für Irritationen sorgte bei den geringen Teilnehmern schon der Veranstaltungsort. Dieser war nämlich ursprünglich in Bingum vorgesehen. Herr Bramlage entschuldigte dies mit einer „etwas anderen Wahrnehmung“ der Rheiderländer.

Deutliche Bedenken gab es hinsichtlich der Fahrzeiten der Fähre, da diese bereits um 22:45 Uhr zum letzten Mal von Leer Richtung Rheiderland übersetzt. Auf Nachfragen der Zuhörer wurde dieser Umstand mit der betriebswirtschaftlichen Sichtweise des Landrates Bernhard Bramlage begründet und man könne hier keine Gelder verschwenden. Aus Sicht der Bürgerinitiative IG Ems ein unhaltbarer Zustand. Werden einerseits seit Jahren Milliardenbeträge zum Erhalt eines Unternehmens in der Ems versenkt, diktiert man nun wieder den betroffenen Bürgern die Verhaltensweisen.

Das Rheiderland wird abgeklemmt und die Betroffenen haben sich der Willkür der Planer zu unterwerfen. Was spricht dagegen, eine Fähre durchgängig fahren zu lassen?

Viele Fragen blieben unbeantwortet, so auch die nach der Kapazität der Fähre. Diese werde schon nicht erreicht werden, war die vage Antwort der Verantwortlichen. Auch das Thema des Sommerstaues an der Ems ist in den bisherigen Planungen noch nicht berücksichtigt worden. Bei einer Aufstauung von 2,70m kann die Fähre nicht mehr verkehren und dies bei geplanten 52 Stunden Dauerstau.

Auch dann wird sich der Bürger wieder mit Ersatzlösungen zufrieden stellen müssen. Vielleicht müssen die Bürger auch einmal ganz zu Hause bleiben, weil es um die Planungen an der Ems nicht anders geht. Hauptsache die Ems und das Umfeld werden für die Meyer Werft passend gemacht. Koste es was es wolle. Der Bürger spielt bei dieser Betrachtung keine Rolle mehr. Der Landrat spart im Landkreis wo es eben geht.

Hajo Rutenberg
Middelstenborgum

04. Juli 2008