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Eine etwas schrägere Sicht zur Emslösung
Die Bauarbeiten an der Jann-Berghaus-Brücke schreiten sichtlich voran. Gut, eine korrekte Genehmigung liegt noch nicht vor, braucht man aber auch nicht mehr. Der gemeine Bürger hat von der Verarsche sowieso die Schnauze voll und meldet sich nicht mehr. Machen wir doch auch daraus ein Event. Feuerzauber, Prunkmusik, Festbankett und dann wird das ganze Ding vor tausenden staunenden Erlebnistouristen einfach weggesprengt. Bei Bratwurst, Bier und Glühwein. Sozusagen als Einstimmung auf den 500. Gallimarkt. Zeremonienmeister Meyer liefert den Sprengstoff und das Catering. Während an den Ruinen der nächste Megaliner gen Nordsee zieht, drehen Schröders Gazprom Genossen gerade das Rheiderland um. Wasser weg, Salz rein. Alles in die Ems und Dollart kübeln. Ganz einfach. Der gute Gerd hat schon vor Jahren als weitsichtiger Kanzler den wahren Wert des Rheiderlandes als Industriezone erkannt. Der Bürger dankt es ihnen, da man nun davon ausgehen kann, dass der Gaspreis dramatisch sinkt. Das Zeug lagert ja nun vor der Haustür, unter den Füßen sozusagen. Ist doch logisch. Denkt man dabei doch nur an das Gemeinwohl und natürlich nicht an Profit. Ein gesundes Bad in Salzlake und Schlick ist auch drin. Soll mächtig gesund sein und hat auch den Vorteil, dass man garantiert nicht von irgendwelchen Vögeln oder Fischen gestört wird. Alles absolut sauber. Und wie geht’s weiter: am 510. Gallimarkt sprengen wir den Autobahntunnel, neuer Tanzdampfer mit 400m Länge und 9,30m Tiefgang. Die Party lässt den Karneval in Rio aussehen wie eine Veranstaltung im Seniorenheim. Da nicht mehr alle Gaskavernen benötigt werden, bauen wir hier schnell ein bisschen Atommüll ein. War im Vertrag zwar nicht so vorgesehen, aber sie ahnen schon: macht auch nichts, kann man schnell ändern. Gibt de ganzen dann endlich den lang verdienten strahlenden Rahmen. Gruß aus dem Rheiderland Hajo Rutenberg, Middelstenborgum |