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Deicherhöhungen, Emsvertiefungen
… und noch mehr Steuergelder Emdens Oberbürgermeister Brinkmann sorgt sich um die Emsdeiche. Und damit steht er nicht alleine da. Unterstützt wird Brinkmanns Meinung durch die Deichacht Krummhörn sowie durch die Fachleute in dieser Frage schlechthin, nämlich die Deichrichter. Diese bemängeln den Zustand der Deiche durch die permanenten Vertiefungen bereits seit Jahren und weisen immer wieder auf die Gefahren hin. Auch auf die Folgen der Standortwahl des Sperrwerkes haben diese Sachverständigen bereits hingewiesen. Leider blieben diese Argumente ungehört. Stattdessen gab es Gutachten zur Sache. Eines der Gutachten enthielt die Schlussfolgerung, der Flutstrom würde bei geschlossenem Sperrwerk max. 10cm höher auflaufen. Weit gefehlt, das neuste Gutachten korrigiert diese Voraussagung auf mittlerweile 70cm. Weitren gutachterlichen Leistungen darf die Gemeinde der Emsanwohner und der Menschen im unmittelbaren Hinterland getrost entgegen sehen. In diesem Zusammenhang drängt sich einmal mehr die Frage nach der Haftung auf. Jedem Menschen, ob unternehmerischer oder privater Natur, obliegt auch die Verantwortung seines Handelns. An und in unmittelbarer Nähe der Ems scheinen diese Gesetzmäßigkeiten ausgehebelt zu sein. Allerdings nur für wenige. Am Wochenende war es der Bundesumweltminister, welcher sich dem Thema Ems wieder einmal annahm. Seine Wortwahl war jedoch nicht sonderlich umweltfreundlich, sondern tendierte eher ins Gegenteil. Ganz ähnlich äußerte sich auch sein niedersächsischer Politkollege Walter Hirche. Emsvertiefung muss sein, allen Bedenken der Umweltschützer zum Trotze. Hirche nannte sogar den exakten Grund der Vertiefung; dies müsse sein, um die zukünftig noch größeren Schiffe der Meyer-Werft zu überführen. Danke Herr Hirche. Auch Herr Hirche machte in seinem Statement das Wohl der ganzen Region von der Meyer-Werft abhängig. Welch verzerrtes Bild. Wo bleibt langfristig das Wohl der Fischer, der im Tourismus Beschäftigten und der Natur? Und nicht zu vergessen das Wohl der Menschen, die schlicht und ergreifend Angst um ihr Hab und Gut haben? Die Bürgerinitiative IG Ems nimmt es übrigens erfreut zur Kenntnis, dass sich diese Herren mit dem Thema beschäftigen und sich gefordert sehen, zu reagieren. Die Initiative selber besteht nicht nur aus Umweltschützern, sondern betrachtet sehr wohl auch den betriebswirtschaftlichen Aspekt und wird weiterhin Aufklärung leisten hinsichtlich der gigantischen Steuerverschwendung. Ganz andere Töne waren da unlängst vom Ministerpräsidenten Wulff zu hören, als dieser sich genötigt fühlte auf sehr populistische Art und Weise die Regierungsbildung von Schwarz/Grün im Hamburger Senat zu kommentieren. Aus Niedersachsen kam hier scharfe Kritik an der Elbvertiefung und aus den vorliegenden Gutachten gehe noch nicht hervor, dass die Deiche sicher seien. Hört, hört. Das war jener Herr Wulff, der sich neulich bei einer Grundsteinlegung in Papenburg zum Wegbereiter erkoren hat. Zum Wegbereiter des weiteren gnadenlosen Niederganges der Ems, der Natur, der damit verbundenen Arbeitsplätze sowie des Niederganges weiterer Steuermilliarden die Sie alle, werte Leser, tragen. Das Verhalten von Landespolitik und Bundespolitik ist so für die Menschen und die Natur nicht hinnehmbar. Aber, diese Menschen sind auch Wähler und merken sich hoffentlich, wer sie vertritt und wer eben nicht. Die nächste Wahl kommt bestimmt. Hajo Rutenberg Middelstenborgum 26.04.2008 |