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Arbeitsgruppe Kavernen:
Gas-Kavernen in Jemgum, Stand: April 2008
Was passiert?
Die Firmen Wingas, EWE und E.ON wollen bei Jemgum Kavernen bauen, um Gas zu speichern. Wingas und EWE haben bereits die Genehmigungen zur Errichtung der Betriebsgebäude erhalten und Grundstücke erworben, sie warten nur noch auf die Gutachten, dann geht es los. E.ON hat noch keinen offiziellen Antrag gestellt.
Wingas will 3x6 Kavernen bauen = 18 Kavernen
EWE will 3x5 Kavernen bauen = 15 Kavernen
E.ON planen 20 Kavernen zu bauen.
Was ist eine Gas-Kaverne?
Eine Kaverne ist ein unterirdischer Hohlraum, der bis zu 800.000 m_ groß sein und in dem man z.B. Gas speichern kann (aber auch ÖL oder Atommüll). Um diese Hohlräume herzustellen, werden mit Wasser (aus der Ems) Salzstöcke ausgeschwemmt. Das heißt, es wird Wasser aus der Ems gesaugt, damit das Salz aufgelöst und diese Sole (Wasser mit 300g Salz pro Liter) wieder in die Ems eingeführt (vorerst bei Ditzum).
| Was sind die Folgen? |
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Die Folgen sind, dasssgruppe Historie
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der Salzgehalt sich drastisch erhöht |
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im Bereich der Sole-Einleitung auf 1 ha kein Leben mehr möglich sein wird |
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das Salz die Dichte des Wassers verändert und damit den Schwebstofftransport |
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noch mehr Baggerungen nötig sind (Unterhaltungskosten steigen) |
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die Nebenflüsse, Siele und Gräben versalzen |
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die Wiesen am Fluss versalzen, wenn Hochwasser ist |
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unser Trinkwasser in Gefahr ist |
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das Vogelschutzgebiet nachhaltig gestört wird |
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die Tier- und Pflanzenwelt beeinträchtigt werden |
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das Ästuar (Ebbe/Flut Gebiet bzw. Brackzone mehr Info >) versalzt |
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und damit eine sehr große Barriere für Fische darstellt, die entweder in die Nordsee wollen oder die zum laichen in den Fluss wollen |
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| Außerdem bringt die Entstehung dieser Kavernen und Firmengebäude folgende Nachteile: |
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bei Jemgum wird eine jahrelange Baustelle entstehen |
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diese bringt Schmutz, Lärm und Umwege mit sich |
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die oberirdischen Gebäude werden bis zu 12m (!!!) hoch |
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dieser Ort wird immer beleuchtet sein (siehe Nüttermoor) |
Wer ist betroffen?
In erster Linie natürlich die Ems-Be- und Anwohner.
Bewohner sind Fische und Kleinstlebewesen, die wegen der Salzeinleitungen dort nicht mehr existieren können und dadurch vertrieben werden (niemand konnte uns beweisen, dass allein durch das Ansaugen des Emswassers, die Tiere nicht mit eingesaugt werden, weil sie es kräftemäßig gar nicht schaffen, dem Sog zu entfliehen). Und da durch die höheren Salzmengen, die Baggerungen in der Ems noch zunehmen werden, wird dies zu noch mehr Schwebstoffen in der Ems führen und das heißt für die Fische: immer weniger Sauerstoff.
Anwohner sind die Menschen, die hier leben. Im Hinblick darauf, dass Jemgum, Ditzum und alle anderen Orte am Dollart sich auf den Tourismus eingestellt haben, stellt sich in diesem Zusammenhang auch die Frage, wie die Touristen auf diese Veränderungen reagieren.
Direkt betroffen sind natürlich die Fischer in Ditzum. Sie wollen jetzt schon wegziehen, weil es keine Fische mehr vor Ort zu fangen gibt.
Anwohner sind auch Zugezogene, die früher an der Ems Urlaub gemacht und sich jetzt hier niedergelassen haben. Niemand hat ihnen gesagt, dass jetzt direkt vor ihrer Nase ein Industriegebiet entsteht. Ihre (und unsere) „Häuschen im Grünen“ verlieren massiv an Wert.
| Was sind die Forderungen der Bürgerinitiative IG-EMS? |
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In erster Linie verlangen wir, dass die Bevölkerung mehr Mitspracherechte bekommt. Es kann nicht sein, dass „holterdiepolter“ quasi über Nacht ein paar Leute entscheiden und genehmigen, dass solche Firmen sich hier ansiedeln und unsere Heimat zerstören. Das bisschen Gewerbesteuer steht in keinem Verhältnis zu den angerichteten Schäden. Wir fordern, dass:ruppe Historie
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wir als Bürger vorher informiert, aufgeklärt und ein Mitspracherecht haben |
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wir gerechte Behandlung bei Einwendungen und Klagen erhalten |
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für jetzt schon bestehende und geplante Einleitungen von Sole genaue Messungen des Salzgehaltes gemacht werden |
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die Messungen sollen möglichst für jeden Interessierten sichtbar sein (z.B. über’s Internet oder durch sichtbare Messstationen an mehreren Standorten (z.B. Jann-Berghaus-Brücke / Jemgum / Ditzum). Dort könnte dann jeder Interessierte hinradeln und sich den aktuellen Salzgehalt oder auch den Sauerstoffgehalt der Ems anschauen. Das wäre für uns Anwohner und für die Urlauber gleichermaßen interessant!) |
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wenn der Salzgehalt an einer Messstation überschritten wird, umgehend die Soleeinleitungen gestoppt werden. |
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möglichst an mehreren Stellen eine Art Alarm stattfindet. Zurzeit überwacht ausschließlich der Verursacher die Messwerte und entscheidet, ob die Einleitung (z. Zt. bei Nüttermoor) reduziert wird (bei Leerort darf ein Salzgehalt von 3 PSU = 3g Salz/Liter nicht überschritten werden). Im gerade neu vorliegenden Gutachten der BAW konnte man lesen, dass im November 2006 bei der Überführung der Norwegian Pearl der PSU-Wert bei Leerort 12 PSU betrug und das ohne die uns noch bevorstehenden Kavernen in Jemgum bzw. den Soleeinleitungen in Ditzum. |
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die Emsmündung als FFH Gebiet anerkannt und damit unter Schutz gestellt wird |
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die Zerstörung der Ems gestoppt wird |
Was kann ich tun?
Wir alle können unsere Forderungen vorbringen. Jeder kann zu den Informationsveranstaltungen der Wingas und EWE gehen, um dort Fragen zu stellen und unsere Befürchtungen vorzutragen. Diese Veranstaltungen werden in den Zeitungen bekannt gegeben. Wir können Einwendungen machen. Wir können demonstrieren und damit bekunden, dass wir mit diesen Vorgehen nicht einverstanden sind. Wir sind das Volk und müssen uns zusammen tun, um Gehör zu finden. Wir sind viele.
Birgit Rutenberg | >Mail
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