über uns
die Ems
was tun!
was war
Link
Kontakt
Presse
Impressum
Wichtige Problempunkte an der Ems, Stand: Mai 2008

Ditzum ist ein Fischerort an der Emsmündung, in dem es künftig keine Fischer mehr geben wird, denn die Fischer drohen abzuziehen, weil sie keine Fische mehr vor Ort fangen können. Durch die Baggerungen ist der Fluss verschlickt und die Fische ersticken daran, bzw. meiden diesen sauerstoffarmen Bereich. Ab 2009 soll tonnenweise Salz bei Ditzum eingeleitet werden, welches aus den Gaskavernen in Jemgum stammt (> Kavernen-Info); das verschlechtert das Schlick- und Sauerstoffproblem der Ems nochmals immens.

So ein idyllisches Bild wird man auf der Ems kaum noch machen können, stattdessen kann man Steinhaufen fotografieren, womit der Fluss ständig befestigt werden muss, damit nicht alles weggeschwemmt wird. Die Strömung ist 3 mal so hoch als von ca. 10 Jahren.

Bei Gandersum wurde 2002 ein Emssperrwerk fertig gestellt, um die Ems für die Überführung der Meyer-Werft-Schiffe aufstauen zu können. Begründet wurde der Bau (mit Steuergeldern finanziert), um die sturmflutgefährdeten Regionen an der Unterems besser zu schützen. Inzwischen gibt man zu, dass man sich um 400% verrechnet hat und das Sperrwerk an falscher Stelle (mitten im Trichter) gebaut wurde. Bei Sturmflut muss das Sperrwerk also dennoch geöffnet werden, weil sonst Emden und Ditzum förmlich „absaufen“.

Der Hafen Jemgum ist besonders betroffen, weil das Vereinsheim des Segelvereins „Luv up“ ziemlich nah am Flussufer steht. Durch das höher auflaufende Wasser kommt es regelmäßig zu Überschwemmungen des Gebäudes, welches inzwischen Gebäudeschäden aufweist.
Im Mai 2008 drehte das ZDF (> Fotos) für den Länderspiegel und machte Aufnahmen vom Schlick vor Jemgum.
Noch mehr Schlickprobleme wird Jemgum ab 2009 bekommen, wenn das Salz der Gaskavernen bei Ditzum eingeleitet wird und mit jeder Flut in die Ems gespült wird. Das Salz verändert die Dichte des Wassers und sorgt so für noch weniger Sauerstoff und noch mehr Schlick.

Außerdem hat Jemgum jetzt für die nächsten Jahre eine Baustelle vor dem Ort, die für Dreck, Lärm und ständige Beleuchtung sorgt. Denn genau hinterm Deich an der Fahrradstrecke „Dollart Route“ entstehen 12m hohe Gebäude und natürlich die Bohrstellen der Kavernen. Die Gewerbesteuer ist der einzige Lichtblick für den Ort, allerdings steht die in keinem Verhältnis zu den entstehenden Schäden.

Bei Bingum unterquert der 945m lange Emstunnel der Autobahn 31 den Fluss. Durch die immer tieferen Baggerungen „kratzt“ man förmlich schon am Tunnel.

Bei Leer überspannt die Jann-Berghaus-Brücke, die längste Klappbrücke Nordeuropas, die Ems. Diese völlig intakte Brücke muss nun einer neuen weichen, denn die Meyer-Schiffe werden immer breiter und um zu gewährleisten, dass das nächste Schiff passieren kann, wird im Sommer 2008 die Brücke erneuert (Kosten tragen die Steuerzahler – nicht die Meyer-Werft). Dazu wird es 4 Monate keine Überfahrt über den Fluss geben und es muss auf den Tunnel ausgewichen werden. Hier wird es zu riesigen Verkehrsbehinderungen kommen und man muss lange Umwege und Zeitverluste in kauf nehmen.

Es soll zwar eine Fähre eingerichtet werden, aber die Anwohner sehen sich schon jetzt im Verkehrs-Chaos versinken.
Zudem befürchten die Kaufleute von Leer einen großen Verlust ihrer Einnahmen, da die Menschen aus dem Rheiderland dann eher nach Holland oder ins Emsland ausweichen werden.
Im Hinblick auf den 500. Gallimarkt ist das natürlich besonders ärgerlich.

Bei Weener befindet sich die große Eisenbahnklappbrücke, die für jede Überführung eines Meyer-Schiffes ausgehängt werden muss.
Der sehr idyllische Altstadthafen sowie der Sportboothafen mussten Anfang des Jahres 2008 vom Schlick befreit werden. Die Kosten betrugen 700.000 Euro, wovon die Stadt selber 330.000 Euro aufbringen musste. Diese Kosten kann sich auf Dauer keine Stadt an der Ems leisten. Der Schlick wurde von Januar 2008 bis Mai 2008 abgesaugt und auf ein Grundstück bei Hörnhusen gepumpt.


Der Ausbau der Ems ist das Problem. Das heißt: Baggerungen, Begradigungen, Vertiefungen. In einem Ästuar ist Schlick natürlich nichts außergewöhnliches, aber diese Mengen, die kurz vor der Mündung in die Nordsee gekippt werden und wieder schneller im Fluss sind als die Baggerschiffe selbst, die ersticken inzwischen alles Leben in der Ems.

Die Fließgeschwindigkeit hat sich vervierfacht und die Begradigungen des Flusses sind sozusagen Einladungen an Orkane. Ein todbringender Schlickteppich legt sich in das Emsbett und der Fluss ringt nach Sauerstoff. Kaum zu glauben, dass wir so was tun. Jeder kann das Problem verstehen – sogar Grundschulkinder – doch wir tun nichts, um die Ems zu retten, im Gegenteil, die Wirtschaft – sprich: Geld - spielt immer eine wichtigere Rolle als unser höchstes Gut: unsere Welt.

Birgit Rutenberg | >Mail

>oben
< zurück zur Hauptseite
Kontakt: IG Ems | Langeriepe 8 | 26826 Weener-Middelstenborgum | Fon 0176-96023169 | >Mail