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Ditzum ist ein Fischerort an der Emsmündung, in dem es künftig keine Fischer mehr geben wird, denn die Fischer drohen abzuziehen, weil sie keine Fische mehr vor Ort fangen können. Durch die Baggerungen ist der Fluss verschlickt und die Fische ersticken daran, bzw. meiden diesen sauerstoffarmen Bereich. Ab 2009 soll tonnenweise Salz bei Ditzum eingeleitet werden, welches aus den Gaskavernen in Jemgum stammt (> Kavernen-Info); das verschlechtert das Schlick- und Sauerstoffproblem der Ems nochmals immens.
So ein idyllisches Bild wird man auf der Ems kaum noch machen können, stattdessen kann man Steinhaufen fotografieren, womit der Fluss ständig befestigt werden muss, damit nicht alles weggeschwemmt wird. Die Strömung ist 3 mal so hoch als von ca. 10 Jahren.
Bei Bingum unterquert der 945m lange Emstunnel der Autobahn 31 den Fluss. Durch die immer tieferen Baggerungen „kratzt“ man förmlich schon am Tunnel. Bei Leer überspannt die Jann-Berghaus-Brücke, die längste Klappbrücke Nordeuropas, die Ems. Diese völlig intakte Brücke muss nun einer neuen weichen, denn die Meyer-Schiffe werden immer breiter und um zu gewährleisten, dass das nächste Schiff passieren kann, wird im Sommer 2008 die Brücke erneuert (Kosten tragen die Steuerzahler nicht die Meyer-Werft). Dazu wird es 4 Monate keine Überfahrt über den Fluss geben und es muss auf den Tunnel ausgewichen werden. Hier wird es zu riesigen Verkehrsbehinderungen kommen und man muss lange Umwege und Zeitverluste in kauf nehmen.
Es soll zwar eine Fähre eingerichtet werden, aber die Anwohner sehen sich schon jetzt im Verkehrs-Chaos versinken. Zudem befürchten die Kaufleute von Leer einen großen Verlust ihrer Einnahmen, da die Menschen aus dem Rheiderland dann eher nach Holland oder ins Emsland ausweichen werden. Im Hinblick auf den 500. Gallimarkt ist das natürlich besonders ärgerlich. Bei Weener befindet sich die große Eisenbahnklappbrücke, die für jede Überführung eines Meyer-Schiffes ausgehängt werden muss. Der sehr idyllische Altstadthafen sowie der Sportboothafen mussten Anfang des Jahres 2008 vom Schlick befreit werden. Die Kosten betrugen 700.000 Euro, wovon die Stadt selber 330.000 Euro aufbringen musste. Diese Kosten kann sich auf Dauer keine Stadt an der Ems leisten. Der Schlick wurde von Januar 2008 bis Mai 2008 abgesaugt und auf ein Grundstück bei Hörnhusen gepumpt.
Der Ausbau der Ems ist das Problem. Das heißt: Baggerungen, Begradigungen, Vertiefungen. In einem Ästuar ist Schlick natürlich nichts außergewöhnliches, aber diese Mengen, die kurz vor der Mündung in die Nordsee gekippt werden und wieder schneller im Fluss sind als die Baggerschiffe selbst, die ersticken inzwischen alles Leben in der Ems.
Birgit Rutenberg | >Mail
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